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Eschweiler Nachrichten Donnerstag, 16. Februar
2012
Röthgener Garde feiert gemütlich im „Wohnzimmer“
Die Atmosphäre der Karnevalssitzung erinnert an eine Familienfeier.
Präsident Ulrich Goerres seit 25 Jahren im Amt.
Rüh.. Eine Sitzung der etwas anderen Art feierte die
KG Röthgener Garde im proppenvollen Pfarrsaal in Röhe. Die
Gesellschaft hatte für den frühen Sonntagmorgen zu einer „Wohnzimmersitzung“
eingeladen. Die Atmosphäre im herrlich geschmückten Pfarrsaal:
klein, eng und gemütlich – eben Wohnzimmeratmosphäre wie bei
einer Familienfeier.
Schon beim Einmarsch der Gardisten zu den Klängen der Spielfreunde
Schwarz-Rot Eschweiler war die Stimmung prächtig. Der gut
gelaunte Präsident Ulrich Goerres, der an diesem Tag Jubiläum
feierte und auf 25 Jahre im Amt zurückblickte, begrüßte die
zahlreichen Gäste.
Musikalisch eröffneten dann die Spielfreunde Schwarz-Rot
das Sitzungsprogramm, gefolgt von einem schmissigen und hervorragend
präsentierten Tanz der Tanzmarie der Röthgener Garde, Monique
Bullmann.
Guter Griff
Einen guten Griff hatte man mit dem Büttenredner Will Vinken
aus Kerkrade, „et Willche“, getan. Mit einer Pointe nach der
anderen über seine Schwiegermutter erzeugte er wahre Lachsalven.
Ohne Zugabe wollte man ihn nicht aus dem „Wohnzimmer“ lassen.
Die Inderebellen mit dem Ehrengardist Heinrich Brandt an
dr Quetsch brachten den Pfarrsaal richtig auf Temperatur.
Ein kölscher Hit nach dem anderen wurde zum Besten gegeben,
und die begeistert mitgehenden Jecken forderten mehrfach Zugabe.
Dann folgte eine Premiere: Die neu gegründete Karnevalsgesellschaft
„De jecke Boure vom Patterehoff“ stellte sich vor und brachte
Kinder-, Show- und Elferratsmariechen mit. Anschließend wurde
es wieder „familiär“. Die neu formierte große Garde marschierte
in ihren schmucken grün-gelben Uniformen zum Gardetanz auf
die Bühne. Mit Charme und Anmut wurde ein gut einstudierter
Gardetanz zu moderner Musik präsentiert. Dieser Tanz war schon
gut, wurde aber von der Zugabe noch getoppt. Der Präsident
selbst schwang, zur großen Überraschung der Gäste und Gardisten,
zusammen mit den jungen Damen das Tanzbein. Tosender Beifall
und eine Zugabe, die ihn an den Rand seiner Kräfte brachte,
waren der verdiente Lohn für einen gelungenen Auftritt.
„Dä Knubbelisch vum Klingelpütz, Ralf Knoblich aus Köln,
passte mit seiner brillant vorgetragenen Rede, teilweise ohne
Mikrofon, hervorragend in die Wohnzimmersitzung. Vor allen
Dingen seine Witze über die Einwohner aus „D-Dorf“ trieben
den Gästen die Lachtränen in die Augen.
Dann betrat das Karnevalskomitee die Bühne. Komiteepräsident
Norbert Weiland zeichnete Marita Kirberich mit dem 1. Klasse-Orden
aus, und der Gardepräsident Ulrich Goerres erhielt das Goldene
Stadtwappen. Sichtlich gerührt nahmen die Beiden die Auszeichnungen
entgegen. Komitee-Vizepräsident Walter Münchow überreichte
den „Stiefelknecht-Holzorden“ an den Präsidenten und hatte
mit der entsprechenden Geschichte dazu die Lacher auf seiner
Seite.
Dann folgte der nächste Höhepunkt der Veranstaltung: Prinz
Alfred III. und sein Zeremonienmeister Gregor samt Gefolge
zogen in den Saal ein. Er wurde begeistert empfangen und brachte
mit seinen Liedern den Saal zum Kochen. Seine Herzlichkeit
war ansteckend und erzeugte eine besondere Atmosphäre. Ein
tolles Prinzengespann mit einer Mannschaft um sich herum,
die den Anschein erweckt, eine riesengroße „Prinzenfamilie“
auf der Bühne zu haben. Viel zu schnell war die Audienz beendet.
Mehrere Zugaben
Zur Musik aus dem Film „Sister Act“ hatte die große Garde
einen Showtanz einstudiert, dessen Präsentation auf der Bühne
vom närrischen Publikum mit viel Beifall belohnt wurde. Eine
tolle Leistung der neu formierten Tanzgruppe.
Den Abschluss der Wohnzimmersitzung gestaltete schließlich
die jüngste Mundartband im Eschweiler Karneval. Die Gruppe
Puddelrüh hatte es nicht schwer, mit eigenen und kölschen
Hits das jecke Publikum zum Mitsingen und Mitfeiern zu animieren.
Erst nach mehreren Zugaben ließ man sie von der Bühne. Nach
über fünf Stunden endete die erste Wohnzimmersitzung der KG
Röthgener Garde.

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